Treffen ehemaliger Lehrer

Geschrieben am 20. Januar 2012 von

Diesem Angebot kann man sich nicht entziehen: Im Anschluss an ein Konzert die Kölner Philharmonie zu besichtigen, und dazu geführt von einer unserer Ehemaligen! Frau Marion Krümmling arbeitet in der Leitung des Foyer-Teams und ist damit für die Besucherbetreuung vor, während und nach einem Konzert verantwortlich. Dies schließt nicht nur die Platzanweisung, sondern auch die Garderoben, den medizinischen Dienst und den Programmverkauf mit ein.

Während der letzte Stadtspaziergang der Herder-Pensionäre rund um die Römermauer mit einem Besuch in einem Philharmoniekonzert endete, begann der heutige Mittag mit einem veritablen Höhepunkt: Das WDR-Sinfonieorchester spielte die gesamte VIII. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, natürlich vor vollem Haus. Wieder einmal musste vor dem Beginn des Lunchkonzertes die Kölner Philharmonie wegen drohender Überfüllung geschlossen werden. Deutlich mehr als zweitausend Zuhörerinnen und Zuhörer begehrten Einlass. Zu Gehör kam eine ausgesprochen frische Interpretation durch den finnischen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste, der die Mittelsätze recht beschwingt, fast swingend klingen ließ, während die schnellen Ecksätze im strengen, aber flotten Zeitmaß erklangen. Großer Jubel belohnte am Schluss das kurze, aber wunderschöne Konzert.
Nach dem akustischem dann der optische Eindruck: Frau Krümmling zeigte uns, wie es hinter den Kulissen des großen Konzertsaales zugeht: Das Künstlerfoyer ist ein recht nüchterner Ort, die engen Stimmzimmer der Instrumentalisten erinnern an Umkleidekabinen von Turnhallen, auch die Garderoben der Solisten sind recht zweckmäßig gehalten, Gemütlichkeit kann man sich anders vorstellen. Lediglich der Dirgent des Konzertes genießt ein kleines Appartment mit eigener Nasszelle, bei Bedarf steht dort ein Klavier für letzte Korrekturen vor einem Konzert. Hier war für uns die günstige Gelegenheit für ein kleines privates Geburtstagsständchen gegeben.
Recht mulmig wurde uns bei dem Gefühl, dass die Architektur dieses Künstlerfoyers so konstruiert ist, dass sie nur zwei Meter Beton von der neuen Nord-Süd-U-Bahn trennt; der U-Bahntunnel wurde gleichzeitig mit der Philharmonie in den Jahren 1984 bis 1986 errichtet. Erste Geräuschtests waren erschütternd, eine kölsche Lösung deutet sich an, dass schlimmstenfalls während der Philharmoniekonzerte die U-Bahn eben nicht dort lang fahren darf.
Weiter ging die Führung in das Zimmer des Inspizienten, der für den künstlerischen Ablauf und die Sicherheit im Hause verantwortlich ist. Von seinem Regiepult kann man in jede Ecke des Zuschauerbereiches hineinsehen, den Pausengong erklingen lassen und die Saalbeleuchtung dimmen sowie die Lautsprecherdurchsagen für das Künstlerfoyer und den Saal steuern. Da gerade eine Orchesterprobe auf dem Podium stattfand, konnten wir den Saal nur aus der Perspektive der oberen Stehplätze besichtigen, aber wir kannten die Akustik ja bereits aus dem voran gegangenen Konzert.
Abschließend stand uns Frau Krümmling im oberen Foyer für unsere neugierigen Fragen zur Verfügung, und als Alles zu unserer großen Zufriedenheit beantwortet war, konnten wir über die Wendeltreppe vom Philharmonie-Foyer aus in die Caféteria des Museum Lundwig aufsteigen: Nach dem Genuss der Kunst kam die Kunst des Genusses. Hier fand der Mittag in großer Harmonie im ausgesprochen netten Kreis der Herder-Pensionäre seinen Abschluss.
Wer zu dieser Führung nicht kommen konnte oder mochte, hat viel verpasst. Hajo Eimermacher, 19.01.2012

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