Ehemalige Lehrer/innen: Führung durch die Domausgrabungen

Geschrieben am 2. Oktober 2012 von

Ein gutes Dutzend der Herder-Pensionäre war am 1. Oktober 2012 der Einladung zu einer fachkundigen Führung durch die Ausgrabungen des Kölner Doms gefolgt. Hoch konzentriert folgten sie den Ausführungen des professionellen Mitglieds der Dombauhütte [ein Absolvent des Hölderlin-Gymnasiums], der uns das räumliche Anwachsen der Hohen Domkirche auf ihr heutiges Format erklärte. Dazu gehörte selbstverständlich auch die Geschichte dieser Ausgrabungen, die erst nach dem 2. Weltkrieg begannen. Seit dieser Zeit – und der Prozess ist wahrhaftig noch nicht abgeschlossen – bemüht man sich mit den modernsten architektonischen Mitteln die verschiedenen Vorgängerbauten und deren Funktionen nachzuweisen. Dabei werden historische Zusammenhänge zwischen wichtigen Großereignissen wie der mittelalterlichen Pest und den anschließend veränderten Baumethoden erkannt.

Selbstverständlich spielt auch immer wieder die Politik eine wichtige Rolle: Wollte man nach der Pest den still gelegten Bau im alten Stil der Gotik weiterbauen oder im etwas modernerem zeitgenössischem Baustil fortfahren? Oder gerade im 19. Jahrhundert, als die Entscheidung der protestantischen Königsfamilie Hohenzollern, den Dom zu vollenden, nicht unbedingt auf die ungeteilte Zustimmung des Domkapitels traf. Schließlich ging es mal wieder um Herrschaftsansprüche und deren Symbolisierung.

Die ältesten und recht gut erhaltenen Teile der Ausgrabungen stammen aus der römischen Zeit, eine noch im Originalzustand zu bestaunende senkrechte Hauswand, deren farbliche Dekoration noch sehr frisch wirkt.

Nach der lehrreichen Führung konnten wir dank der warmen Witterung noch in der Außengastronomie gemütlich zusammensitzen. Hier wurde uns anhand von Portraits aus den frühen 70er Jahren ein kurzweiliges Rätsel geboten, nämlich das Wiedererkennen von Lehrerpersönlichkeiten. Dieses erwies sich insofern als recht schwierig, weil die jüngeren Pensionäre zu dieser Zeit noch im Studium steckten und für sie der Arbeitsplatz im Herder-Gymnasium noch in weiter Ferne lag. Aber wenn denn die Persönlichkeiten zweifelsfrei identifiziert waren, wurde lebhaft über deren Schicksal diskutiert. Dabei kam denn auch die eine oder andere Maggelei zur Sprache, über die an dieser Stelle besser nicht berichtet werden sollte.

Hajo Eimermacher.

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