Der Wochenspiegel über „Farben, Marken und Patente”

Geschrieben am 10. März 2016 von Benjamin Hamdorf

„Farben, Marken und Patente” – so der Name der Ausstellung des Künstlers Rosbeh Asmani, die sich gegenwärtig im HerderRaumFürKunst finden lässt.

Im Wochenspiegel kann man Folgendes dazu lesen (Link zum Artikel).

 

Kunst im Klassenraum

Künstler Rozbeh Asmani zeigt “Farben, Marken und Patente”

Buchheim (sf). Mit Schokolade fing alles an: Als Rozbeh Asmani für seine Abschlussarbeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst die Verpackung einer aus Schokolade gegossenen Figur gestalten wollte, musste er feststellen, dass er dabei die Farbe lila nicht verwenden durfte, da sie sofort mit der Marke Milka in Verbindung gebracht wird.

2016_03_herderraumfkDer Entwurf musste modifiziert werden: “Ich habe mich in meiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt gefühlt”, sagt Asmani. Darauf hin habe er beschlossen, sich mit von Firmen patentierten Farbkombinationen näher zu beschäftigen. So ist die Ausstellung “Farben, Marken und Patente” entstanden, die der 1983 im Iran geborene Künstler derzeit im Herder-Gymnasium zeigt. In verschiedenen Bildern hat sich Asmani künstlerisch mit bekannten Logos und Farbkombinationen, die man sofort mit einer bestimmten Marke verbindet, beschäftigt: Das grün-gelbe Logo oder die weiße Schrift auf dunkelblauem Grund werden so entfremdet, dass sie sich von dem BP-Symbol beziehungsweise der Marke Nivea unterscheiden, der Betrachter aber dennoch sofort an die jeweiligen Produkte denkt.

“Die Assoziationsketten, die dabei entstehen, finde ich spannend”, sagt Asmani. Doch nicht nur mit Farben, sondern auch mit geschützten, dreidimensionalen Formen hat sich der heute in Köln lebende Künstler auseinandergesetzt. So zeigt er, dass es möglich ist, fast alles schützen zu lassen, sogar im Labor gezüchtete Pflanzen sind patentierbar. Zu sehen sind die Kunstwerke Asmanis derzeit im HerderRaumFürKunst des Herder-Gymnasiums, in dem Jörg Schubert täglich Unterricht gibt.

Seit 1997 organisiert der Deutsch- und Philosophielehrer hier viermal im Jahr Kunstausstellungen. “Mein Ziel ist es, den Schülern an ihrem Arbeitsplatz zeitgenössische Kunst näher zu bringen”, sagt Schubert, selbst bekennender Kunstliebhaber. In dem Unterrichtsraum werden die Schüler, im Gegensatz zu einem einmaligen Museumsbesuch, über einen längeren Zeitraum täglich mit den Kunstwerken konfrontiert. So möchte Schubert auch Schüler für Kunst begeistern, die sich bisher noch gar nicht für Kunst interessiert haben. “Wenn sie die Arbeiten immer wieder sehen, werden sie ihre Einstellung vielleicht ändern”, meint Schubert. Wenn es sich thematisch anbietet, bezieht Schubert die Kunstwerke auch schon mal direkt in den Unterricht ein. Auch Diskussionsrunden mit den Künstlern finden regelmäßig statt. Asmani freut sich schon auf die Begegnungen mit den Schülern. Diese können dann unter anderem diskutieren, ob die Vermutung des Künstlers, dass eines Tages keine Farben mehr für den öffentlichen, kommerziellen Gebrauch zur Verfügung stehen, da alle Farben verteilt sind, tatsächlich eintreffen könnte.

Eine Besichtigung der Ausstellung ist am 7. und 14. März von 14 bis 17 Uhr oder nach Anmeldung unter Telefon 0221/ 96955-0 möglich.

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