Teilnahme am 3. deutschen CanSat Wettbewerb in Bremen

Geschrieben am 20. Oktober 2016 von Jana Werker

Vom 26.10. bis zum 30.10. nahmen fünf Schülerinnen und Schüler des Physikleistungskurses der Q2 unter der Leitung von Herr Dr. Kappes unter dem Teamnamen „Yavanna“ am 3. deutschen CanSat Wettbewerb teil, welcher von der ESA und dem DLR in Bremen ausgerichtet wurde. Aufgabe des Wettbewerbs war der Bau eines Minisatelliten, der in etwa 650 Meter in die Atmosphäre aufsteigen und dort Messungen vornehmen sollte . Neben einer für alle Teams einheitlichen Primärmission galt es, sich eine individuelle Sekundärmission zu überlegen und durchzuführen. Das Team Yavanna entschied sich dafür, einen Belastungstest mit einer Nahrungspflanze durchzuführen.

2016_10_cansat01© Ahmad Abouhalave (CC BY 3.0 DE)

Angereist am Montag, lernten wir im Hostel zunächst die anderen Teams kennen. Gemeinsam ging es dann zur Eröffnungsveranstaltung im Bremer Fallturm beim ZARM. Dort konnten wir unter anderem einen Einblick in das Innere der Fallröhre bekommen und losten die Startreihenfolge unserer Satelliten. Die Nacht verbrachten wir mit einigen anderen Teams gemeinsam damit, unseren Satelliten zu optimieren und nicht funktionierende Elektronikteile ans Laufen zu bekommen.

Dennoch hieß es auch am Dienstag früh aufstehen, da wir unser Projekt in Form einer Poster-Session beim DLR in Bremen der Jury vorstellten. Anschließend wurden die Satelliten der 10 Teams bei der technischen Abnahme auf ihr Gewicht und ihre Größe hin überprüft. Für diese Parameter gab es genaue Vorgaben, um die Flugfähigkeit der Rakete zu gewährleisten.

Mittwoch war es dann soweit: Launch Day! Auf dem Flugplatz Rotenburg starteten alle 10 CanSats jeweils zu zweit in einer Rakete. Über eine seitlich an der Rakete angebrachte Klappe sollten die Satelliten aus der Rakete ausgeworfen werden, wenn diese ihre Maximalhöhe erreicht hatte. Bis zur letzten Minute arbeiteten alle Teams noch an ihren Satelliten. Die ersten zwei Starts verliefen planmäßig, auch wenn ein Team seinen Satelliten leider nicht mehr wiederfinden konnte. Dann startete unser Satellit mit der 3. Rakete.

CanSat 2016© DLR (CC BY 3.0 DE)

Doch bereits nach Verlassen der Startrampe drehte sich die Rakete mit unserem Satelliten horizontal zum Boden und stürzte schließlich nach einer Flugzeit von nur 6 Sekunden auf die Start- und Landebahn des Flughafens. Ein Fehler im Triebwerk hatte die Rakete zum Absturz gebracht. Bei der Bergung unseres CanSats mussten wir feststellen, dass dieser leider aufgrund des ungebremsten Falls und eines Aufschlags auf Beton anstelle von Gras oder Waldboden, wie eigentlich vorgesehen, leider völlig zerstört worden war. Da auch unsere SD-Karten bei dem Aufschlag zerbrochen waren, konnten wir leider keine Auswertung unserer Mission mehr vornehmen. Doch so etwas gehört eben genau so zur Raumfahrt wie die großen Erfolge. Und so bedeutete unser Crash noch lange nicht unser Ausscheiden aus dem Wettbewerb. Die beiden letzten Raketen starteten planmäßig und am Abend begannen wir im Hostel mit der Analyse unseres Absturzes. Da wir keine Missionsdaten hatten, die wir der Jury am Folgetag bei den Auswertungspräsentationen im Gebäude von OHB hätten zeigen können, konzentrierten wir uns darauf, unseren Absturz möglichst detailliert zu rekonstruieren.

Die Analyse, die wir daraufhin am Donnerstag der Jury präsentierten, zeigte genau, wie die Trägerrakete von ihrer Bahn abkam, auf dem Asphalt auftraf und daraufhin unser Satellit Schaden erlitt. Für unsere detaillierte Analyse wurden wir bei der Preisverleihung am Freitag von der Jury gelobt. Leider konnten wir trotzdem keine Platzierung unter den Top 3 Teams erreichen und landeten somit auf einem dennoch guten 4. Platz. Wir gratulieren an dieser Stelle dem Team Recognize aus Bremen herzlich zum Sieg und wünschen ihnen viel Erfolg im europäischen Wettbewerb.

Abschließend möchten wir uns noch bei unseren Sponsoren, der TH-Köln für die Unterstützung bei der Herstellung unseres Satelliten mittels 3D-Druck, der Berufsfeuerwehr Köln für die Durchführung eines Fallschirm-Droptests und dem Förderverein unserer Schule für die Finanzielle Unterstützung bedanken.

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