„Leben ohne Chris“ – das Interview

Geschrieben am 21. Oktober 2012 von Sahel Haider

Während Besetzung, Musiker, Technik und Regie den Countdown auf den Stichtag in heißem Probenfieber verbringen, während an Tönen und Textsicherheit der letzte Schliff angesetzt wird, der Vorverkauf brummt und die Nervosität steigt, tut unsere Schülerzeitung laut! ihr Übriges, um den Presserummel in Gang zu setzen.

Zu diesem Zweck haben sich Özgün Kaya und Sarah Haas mit Tim Haase unterhalten, welcher den so plötzlich verschiedenen Protagonisten des Musicals verkörpern wird. Hier nun das Exklusivinterview, welches sich auch auf der Facebookseite der laut! nachlesen lässt.

 

Tim, wie ist eigentlich das Leben ohne Chris?

Die Musicalzeit ist schon ziemlich cool. Es ist nicht nur eine Erfahrung auf der Bühne oder als Arbeitgemeinschaft, sondern auch eine menschliche Erfahrung. Wenn du dich mal in eine Person hineinversetzen musst, die du gar nicht bist, dann lernst du einfach etwas über andere Menschen.

Fällt es dir denn leicht, dich in andere hinein zu 
versetzen und sie zu spielen?

Wenn ich nach so einem Freitag in der Schule dann noch zur Probe gehe und total müde bin und gar keine Lust mehr auf überhaupt irgendetwas habe, dann noch überschwänglich zu sein, wie das für meine Rolle sein muss, das ist schon nicht leicht. Man muss seine Stimmung umstellen können, und das ist schwer für mich.

Wie bist du überhaupt an die Rolle gekommen?

Herr Reich hat letzten November bei mir angerufen, und mich gefragt, ob ich nicht mitmachen will. Es hatten sich noch nicht so viele Leute gemeldet. Ich habe keinerlei Anstrengungen da rein gesteckt, ich hatte nur ziemlich viel Glück, dass ich an die Sache rangeführt wurde.

Angesprochen worden, und dann direkt die Hauptrolle?

Ich hatte echt nicht die Hauptrolle spielen wollen, ursprünglich. In diesem Stück sind zehn Rollen, die relativ gleichberechtigt sind, da sticht der Hauptcharakter nicht so krass raus: Ich habe nicht mehr Lieder als die anderen. Die anderen Rollen sind definitiv genauso wichtig wie Chris.

Mal ganz allgemein gesagt: Ist Schauspielern im Musical für jedermann etwas?

Ja, auf jeden Fall. Auch wenn man vorher nicht gedacht hat, dass das was für einen ist: Du verhältst dich nicht wie sonst und lässt von dir selbst ab; wenn es gut läuft, und springst in einen anderen Menschen hinein. Das ist es einfach wert.

An welches Publikum richtet sich “Leben ohne Chris“?

Es sind Themen angesprochen, mit denen sich Leute beschäftigen, die erwachsen werden; wie z. B.: Wie lebt man gut? Was passiert nach meinem Tod? Wie muss ich leben? Was halten die andern von mir? Was heißt erwachsen sein?

Kannst du uns vielleicht noch ein paar Schlagwörter zum Stück geben?

Erwachsen werden, verschiedene Lebenswege, Freundschaft und Liebe. Ja, das trifft es so ziemlich.

Tod hast du nicht erwähnt, obwohl Chris am Anfang des Stückes stirbt. Woran liegt das?

Tod gehört natürlich genauso zum Leben, wie das Leben selbst. In „Leben ohne Chris“ sieht man auch, wie die Menschen mit dem Tod umgehen. Aber es geht doch mehr darum, wie sich die Menschen im Leben verhalten. Das Chris da als Geist herumschwebt, ist, glaube ich eher Sache zum Zweck: Es geht nicht um Geister in diesem Stück.

Da sind wir ja beruhigt. Vielen Dank für das Interview!

Interview: Özgün Kaya und Sarah Haas

Kartenvorbestellung auf: http://www.lebenohnechris.de/