„Die Fliegen“ – Aufführung der Literaturkurse

Geschrieben am 15. Juni 2013 von Sahel Haider

2013_06_15_Die Fliegen

Zur Aufführung:

Am 28. Juni führen die beiden Literaturkurse der Q1 gemeinsam Jean-Paul Sartres Stück „Die Fliegen“ auf und präsentieren damit die Ergebnisse ihrer einjährigen Arbeit.

Die Karten kosten 5€ für Erwachsene und 3€ für Schüler und können ab kommender Woche im Vorverkauf erworben werden.

Angesprochen fühlen sollten sich neben allen Theaterbegeisterten und Freunden der Q1 vor allem auch diejenigen, welche mit dem Gedanken spielen in der Q1 das Fach ‚Literatur‘ zu belegen.

Die Vorstellung beginnt um 19:30 Uhr.

 

Zum Stück:

Nach 15 Jahren kehrt der junge Orest in seine Heimatstadt Argos zurück. Dort hatte sich seinerzeit ein blutiges Verbrechen ereignet: Der König Agamemnon, Orests Vater, war bei seiner Rückkehr vom trojanischen Krieg von seiner Frau Klytemnästra und ihrem Geliebten Ägist umgebracht worden. Bei seiner Rückkehr findet Orest eine Stadt vor, die sich in Sack und Asche kleidet, zum Zeichen einer kollektiven ‚Reue‘, durch die sich die Bevölkerung jeder Verantwortung zu entziehen sucht.

Inmitten dieses Mummenschanzes trifft Orest auf seine Schwester Elektra, welche die letzten zwei Jahrzehnte unwürdig als Magd ihrer Mutter, der Königin, verbracht hat und welche – mehr noch als Orest – von Rachefantasien heimgesucht wird, die sie weder unterdrücken kann noch umzusetzen wagt.

Und während sich Bruder wie Schwester, König wie Königin immer mehr in einem blutigen Netz aus Verwandtenmord, Rache und Reue verstricken, beobachten die Götter das Treiben aus nächster Nähe, stets darauf bedacht, die Menschen am Abstreifen der selbst gewählten Stricke zu hindern…

Ehrgeiz, Ehebruch, Eifersucht, Verwandtenmord, Rache, Reue und das Ringen um Gerechtigkeit – die Generationen überspannende Familiengeschichte der Atriden lässt keinen Zweifel darüber bestehen, dass dieses antike Königsgeschlecht eine ganz eigene Vorstellung von ‚Konfliktlösung‘ hat.

Es ist ein Stoff, mit dem der Dramatiker Aeschylus im Jahre 458 v. Chr. in einem Theaterwettbewerb die Herzen der Athener Zuschauer im Sturm eroberte, ein Stoff, der über die Jahrhunderte nichts von seiner dunklen Faszination für Leser und Publikum eingebüßt hat.

Doch obgleich Sartre mit seiner Neubearbeitung dieses antiken Mythos die Rückkehr und die Rachepläne des jungen Orest zum Dreh- und Angelpunkt seines Stückes „Die Fliegen“ macht, geht um weitaus mehr als um das Psychogramm einer mörderisch-dysfunktionalen Familie:

Es geht um die Frage der Freiheit und der Verantwortung für das eigene Handeln. Und es geht um die Suche nach Hoffnung jenseits der Verzweiflung.

Ob es diese wirklich gibt? Wir werden sehen.