„Die Fliegen“ – Was die laut! zu sagen hat

Geschrieben am 10. Juli 2013 von Sahel Haider

2013_07_09 Die Fliegen 1

Auf der Facebookseite der laut! äußert sich Sarah Haas folgendermaßen über die diesjährige Aufführung der Literaturkurse – und über die Motive ihrer Kurswahl für die Oberstufe:

Kunst habe ich abgewählt, stattdessen wird ab dem nächsten Schuljahr „Literatur“ auf dem Stundenplan stehen. Aber was ist das eigentlich? Irgendwas mit Theater oder so… Hauptsache, ich muss keine Stillleben mehr analysieren.

Dass „Literatur“ durchaus kein Fach sein muss, welches man wählt, um Kunst endlich los zu werden, konnte man am Freitagabend bei der gemeinsamen Aufführung der Literaturkurse der Q1 sehen. In dem Stück „Die Fliegen“ von Jean-Paul Satre ging es um Rache und Reue, aber vor allem um Freiheit. Um die Freiheit in eigener Verantwortung zu handeln. Orest (Jonas P.) kehrt mit 18 Jahren in seine Geburtsstadt Argos zurück. Vor 15 Jahren wurde sein Vater, der ehemalige Herrscher, dort getötet und seitdem sitzt dessen Mörder Ägist (Jan-Christian S.) auf dem Thron. Orest’s Schwester Elektra (Katalin W.; Greta H.) arbeitet als Magd am Hofe und wartet seit Jahren auf ihren Bruder, um ihre Rachepläne zu verwirklichen.

Elektra bringt Orest dazu Ägist zu töten, und trotz der bei ihr einsetzenden Zweifel und der Hinderungsversuche bringt Orest auch ihre gemeinsame Mutter Klytämnesta um, die jahrelang als Frau neben Ägist gelebt hat. Während Elektra von Reue und Schuldgefühlen in Form der Erinnyen (den „Fliegen“) verfolgt wird, können diese Orest nichts anhaben, da er frei ist und zu seiner Tat steht.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie der Schüler, den man mal auf dem Gang gesehen hat, in eine Rolle schlüpft, die man nie erwartet hätte: Der Gott Jupiter (Alex G.) – so erhaben, so manipulativ. Ägist, ein Mann, der zerfressen ist vom Leben und bereit zu sterben. Besonders interessant ist die Rolle der Elektra, die von zwei Personen gespielt wurde. Einerseits war da die physische Elektra (Katalin W.), aber auch ihre innere Stimme (Greta H.), die durch eine Maske gekennzeichnet war. Im Verlauf der Handlung tauschten sie die Rollen, sodass Greta die physische Elektra und Katalin deren innere Stimme spielte.

Diese sehr gelungene Aufführung unter der Regie von Herrn Schubert und Herrn Hamdorf hat gespannt darauf gemacht, was einen im Literaturkurs erwartet. Deshalb freue ich mich auf das nächste Jahr – nicht nur, weil ich Kunst abgewählt habe.

– Sarah Haas

Eine Fotogalerie zur Aufführung findet sich hier.