„Gormenghast“ – ein Stück des Literaturkurses

Geschrieben am 11. Juni 2014 von Sahel Haider

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Gormenghast, das Schloss in den Nebeln, einsam und von der Außenwelt abgeschnitten. Seit Jahrhunderten residiert die Dynastie der Groans in den brüchigen Türmen, dunklen Hallen und verschlungenen Korridoren. Seit Jahrhunderten wird das Leben im Schloss bestimmt vom Diktat der Zeremonie, die wie ein stetig tickendes Uhrwerk den Ablauf jeden Tages, jeder Stunde bestimmt. Seit Jahrhunderten hallt, wie ein ewiges Echo, das Motto der Groans durch die Gewölbe des Schlosses: „Kein Wandel!“

Doch der Wandel kommt – so unmerklich wie unaufhaltsam. Ein wildes Mädchen tanzt unbekümmert durch die leeren Korridore, ohne jeglichen Respekt für Regel, Ritual oder Tradition. Der heranwachsende Lord Titus, Erbe des Schlosses, probt verzweifelt den Ausbruch aus der Enge seines goldenen Käfigs. Und aus den tiefen Kellern der Küche beginnt das Geschwisterpaar der Steerpikes seinen skrupellosen Aufstieg nach oben. Dem Schloss und seinen Bewohnern stehen blutige Veränderungen bevor. Ein Sturm kommt auf – und nur wenige werden ihn überleben.