Die Exkursion zum Neanderthal-Museum – Eine Reise durch die Zeit

Geschrieben am 6. Juni 2017 von Claudia Gockel

Mettmann, Deutschland: Im Neanderthal liegt der Kern unserer vergangenen Existenz, tief verborgen in eisiger Kälte und strahlendem Sonnenschein.

An einem sonnigen Morgen, bevor der Lärm der Großstadt erwachte, fuhren die Philosophiekurse des Johann-Gottfried-Herder Gymnasiums zum Neanderthal Museum, um die Existenz des vergangenen menschlichen Lebens zu erforschen. Viele Fragen gingen uns durch den Kopf: Wie konnten die Menschen in so einer wenig zivilisierten Welt überleben? Lag es schon damals im Charakter des Menschen sich in Gesellschaften zusammenzuschließen, und auf diesem Wege ein gemeinsames Überleben zu sichern? Und welches Werkzeug und Wissen besaßen sie um den Alltag zu meistern? Und die wichtigste Frage: Wie steht’s mit der Religion?

Wir begannen mit unserer Zeitreise 3.200.000 Jahre zuvor. Zu dieser Zeit wurde der älteste Neanderthaler ,,Way“ gefunden, sie stammt aus Madar, Äthiopien. Die Neanderthaler, die heute das typische Bild des Höhlenmenschen darstellen, sind nur die 400.000 Jahre alten Homosapiens neanderthalensis. Doch wie man sehen kann, ging unsere Evolution viel weiter zurück, als wir uns vorstellen können. Wenn man sich eine Sanduhr vorstellt, die in einer Sekunde ein Sandkorn fallen lässt, wobei ein Sandkorn für ein Jahr in unserer Evolution steht, müsste man die Sanduhr 1.000 Stunden lang beobachten, um zu verstehen, wann die Geschichte des Homosapiens begann.

Anders als die Tiere muss der Mensch die Natur an sich anpassen, daraus folgt, dass er sich aus natürlichen Ressourcen seinen Lebensraum schafft. Eine Kultur entsteht. Egal ob Werkzeuge oder Unterschlüpfe, durch gesammelte Sacherfahrungen kann der Mensch also Fähigkeiten entwickeln, die ihm das Überleben sichern. So sagt auch der Philosoph Arnold Gehlen, dass der Mensch ein ,,Mängelwesen“ sei, welches lediglich durch Veränderung der Natur zu einer Kultur seine Existenz sichern kann.
Doch welche Religion war damals bekannt?

Auf unserer Reise durch die Zeit wurde immer klarer, dass die Neanderthaler keiner heutigen Religion nachgingen. Sie glaubten viel mehr an Geister und Übernatürliches, das alle Wesen verbindet. Die Religion wurde durch Rituale verkörpert, die von den hochangesehenen Charmanen durchgeführt wurden. Aber deutlich erkennbar ist, dass auch schon damals die Frage nach dem Sinn des Lebens eine zentrale Rolle spielte.

Den Höhepunkt der Exkursion bildete die kleine Wanderung zur Fundstelle, wo echte Neanderthalerüberreste entdeckt und geborgen wurden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass unsere Exkursion nicht nur eine Reise an einen anderen Ort darstellte, sondern auch eine Reise in eine andere Zeitepoche war. Wir haben uns mit den Wurzeln unserer Existenz beschäftigt, denn nur wenn wir wissen, wo wir herkommen, können wir erahnen, wohin unsere weitere Reise führt.

Jessica, Melina, Paula, Alina, Marion (Q1)

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