Besuch des Völkerkundemuseum Rautenstrauch-Joest

Geschrieben am 10. Dezember 2017 von Greta-Maria Brang

Mit erwartungsvollem Blick auf die kommende Führung erstreckte sich vor uns eine weitläufige, schlicht eingerichtete Halle mit hohen Decken, als wir, der Philosophiekurs von Frau Oskierski (Einführungsphase) das Rautenstrauch-Joest Museum am 11.10.2017 betraten.

Sofort fiel der Reisspeicher, das Wahrzeichen des Museums ins Auge. Ein Bauwerk aus einer anderen Kultur, aus einer anderen Lebensweise, mit anderem Lebensgefühl. Genau das war es, was uns zu dieser Exkursion bewegte.

Im Unterricht hatten wir uns vorab mit dem Thema ,,Mythen“ beschäftigt und was es überhaupt bedeutet zu philosophieren. Fragen stellten sich viele: Welches Anliegen verfolgt die Philosophie? Was ist ihr Gegenstand? Welche Methode wendet die Philosophie an? Und was hat die Philosophie mit unserem Leben, mit dem Leben in anderen Kulturkreisen zu tun? Wie kann sie dazu beitragen, mein Verständnis, meine Akzeptanz, meinen Blick auf das Unbekannte zu schärfen oder gar zu verändern?

Um auf diese Fragen Impulse mit praktischem Bezug zu bekommen, lauschten wir gespannt den Worten von Frau Petri-Böhnke, die uns auf sehr freundliche und offene Art durch einen Teil des Museums führte.

Einmal über den Tellerrand zu schauen, ist ein wichtiger Teil von Philosophie. Es fällt uns schwer, unsere alten Muster zu durchbrechen und umzudenken. Ein gutes Beispiel dafür, ist die Historie der Menschheit. Menschen wurden seit Jahrhunderten wegen ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, Hautfarbe – schlichtweg, weil sie anders waren – diskriminiert. Die Führung durch das Museum thematisierte geschickt die vielen, unbewussten Vorurteile gegenüber dem Fremdartigen.

Frau Petri-Böhnke stellte uns darüber hinaus die vielen Möglichkeiten vor, wie sich Menschen innerhalb der unterschiedlichen Kulturen begegnen, wie sie ihren Respekt, ihre Zuneigung ausdrücken. Aber auch wie Menschen ihre Grenzen wahren. Dazu lud sie uns ein, in einem kurzen „Experiment“ einander gegenüberzutreten und den eigenen Raum, den man für sie selbst beansprucht und von dem man nicht möchte, dass dieser überrannt wird, zu erspüren. Ein sehr interessanter Versuch!

Jetzt heißt es erst einmal, den produktiven Input über die verschiedenen Kulturen und das Leben an sich zu verarbeiten, zu durchdenken und ggf. neue oder veränderte Sichtweise daraus abzuleiten.

Greta Brang, EF

2017_12_Museumsbesuch

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.
Dein Kommentar muss erst genehmigt werden, bevor er veröffentlicht wird.