,,Life is beautiful“ – Herder-Gymnasium belegt ersten Platz im Rahmen des Filmwettbewerbs ,,Sprich mit mir! Über Krebs!“

Geschrieben am 26. Februar 2020 von Anna-Lena Schweer

,Video statt Kopfkino“ lautete das Motto der Jugend-Video-Challenge, welche am Vorabend des Weltkrebstages 2020, veranstaltet von der Krebsgesellschaft und KrebsStiftung NRW in Kooperation mit der AOK, zum großen Finale ins Düsseldorfer zakk einlud. Neun Videos, gedreht von Schüler*innen aus ganz NRW, schafften es ins Finale – darunter zwei Einsetzungen des Herder-Gymnasiums. Am Ende eines bildgewaltigen Abends war sich die Jury einig: Kimia Janabi (Jahrgangsstufe Q1) belegte mit ihrem Video ,,Life is beautiful“ den ersten Platz und erhält das goldene Ticket!

Anlässlich dieser herausragenden Leistung, traf die Herder-Presse Kimia zu einem Interview:

Herder-Presse: Herzlich Glückwunsch zum ersten Platz! Einige haben eventuell gar nicht wirklich mitbekommen, um was es dort ging. Könntest du das noch einmal erklären?

Kimia: Danke! Also Ziel und Thema des Wettbewerbs war es Aufmerksamkeit auf das Thema Krebs zu richten, da dieses im Alltag oft als Tabuthema angesehen wird und daher auch nicht ausreichend darüber gesprochen wird.

Herder-Presse: Das ist sicherlich kein Thema, auf welches man zufällig trifft. Wer hat dich dann auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht?

Kimia: Frau Prorok hat mich vor den Weihnachtsferien darauf angesprochen.

Herder-Presse: Hast du dich dann in die Thematik vorher eingearbeitet oder wie war genau dein Vorgehen?

Kimia: Am Anfang wollte ich Interviews im Krankenhaus machen und das verfilmen, aber das hat aus rechtlichen Gründen leider nicht funktioniert. Dann habe ich mich entschieden eine Animation zu machen, weil es mit dem Medium einfacher ist und ich das auch in einer gewissen Weise ansprechender fand, als Schauspielerei. Dadurch hatte ich viel mehr künstlerische Möglichkeiten. Meine Vorgehensweise war dann, dass ich mich erst einmal informiert habe, indem ich Betroffene interviewt und die Hauptpunkte notiert habe, die mir dabei aufgefallen sind, um mich dann genau darauf zu fokussieren, was ich überhaupt mit meinem Video zeigen will.

Herder-Presse: So eine Animation ist sicherlich zeitlich und zeichnerisch ziemlich aufwendig. Wie lange hast du gebraucht, bis dann alles fertig war?

Kimia: Ich habe fast jeden Tag in den Weihnachtsferien ein paar Stunden lang am Video gearbeitet und am Ende waren es insgesamt um die 2000 Bilder.

Herder-Presse: Und damit bist du letztendlich ins Finale gekommen! Was hast du gedacht, als du die Videos von den anderen Schüler*innen gesehen hast?

Kimia: Ich war überrascht, weil definitiv gute Ideen dabei waren, auf die ich selbst nicht gekommen wäre. Die Herangehensweisen waren sehr kreativ, zum Beispiel gab es einen Rap oder einen Tanz, was das Ganze sehr vielfältig gemacht hat. Generell haben auch alle das Thema wirklich gut umgesetzt.

Herder-Presse: Das Thema war hauptsächlich Krebs, aber hattest du noch einen anderen Hintergrundgedanken?

Kimia: Mein Gedanke war es, zu zeigen, dass es auch gute Seiten an Krebs geben kann, weil der Mensch sich zum Beispiel besser kennenlernt und sich in seiner Persönlichkeit weiterentwickelt. Außerdem erweitert man seine eigenen Grenzen und entwickelt sowohl Selbstvertrauen als auch Sicherheit. Ich konnte leider nicht alles zu 100% darstellen, weil ich einfach nicht so viel Zeit dazu hatte.

Herder-Presse: Dadurch, dass du dich so ausgiebig mit dem Thema Krebs auseinandergesetzt hast, hast du jetzt sicherlich eine andere Sichtweise auf das Thema.

Kimia: Meine Sichtweise hat sich auf jeden Fall komplett verändert! Ich sehe das Thema mit anderen Augen, denn ich verstehe nun besser, was jemand durchlebt, bei dem Krebs diagnostiziert wird. Ich sehe diesen Menschen mit wesentlich mehr Respekt, Verständnis und in gewisser Weise auch Hoffnung, weil ich durch den Wettbewerb nun mal gelernt habe, dass die Diagnose nicht immer den Tod bedeutet und selbst wenn, haben mir die Gespräche mit den Betroffenen Einsicht geschenkt.

Herder-Presse: Das klingt mehr als positiv! Wenn du jetzt nochmal einem Menschen mit der Diagnose Krebs begegnen würdest, was würdest du ihm mit auf den Weg geben wollen?

Kimia: Es ist unglaublich schwer diagnostiziert zu werden, aber es ist wichtig zu kämpfen und nichtaufzugeben, weil es ein langer Weg ist. Wir sollten nicht zu viel Angst vor dem Tod haben und offener mit dem Themen Krebs und Tod umgehen. Zur selben Zeit sollten wir aber auch auf die positiven Dinge schauen. Was ich für ganz wichtig halte, ist Kommunikation, weil wir als Menschen einfach soziale Wesen sind und darüber zu sprechen, kann den Kampf nur einfacher machen.

Herder-Presse: Da hast du auf jeden Fall recht! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, den Wettbewerb noch einmal Revue passieren zu lassen.

Kimia: Klar, gerne!

Wer sich selbst noch einmal von dem Video beeindrucken lassen möchte, kann es sich hier anschauen.

Fotos: Andreas Fischer

Text: Caudia Gockel

Interview: Anna Schweer (Q1) / Herder-Presse

 

 

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